Erfolgreicher Schutz der Nashornvögel

2025 haben wir mit dem Projekt Hornbill Guardians unser erstes Artenschutzprojekt lanciert. Hier geht es um den Schutz der stark bedrohten Nashornvögel auf Borneo, die wegen ihres markanten Schnabelaufsatzes intensiv gewildert werden. Der später zu Kunsthandwerken oder Medizin verarbeitete Schnabel ist auf dem Schwarzmarkt viel Geld wert.

Besonders verwundbar sind Nashornvögel während der Brutzeit, wenn sich das Weibchen mit dem Jungtier in eine Baumhöhle einmauert, während das Männchen die beiden von aussen über Wochen mit Nahrung versorgt. Für Wilderer ist es in dieser Zeit ein Einfaches, das Weibchen samt Jungvogel aus der Höhle zu entnehmen.

Hornbill Guardians

Der Schutz der Vögel ist im Grunde ganz einfach: Während der sensiblen Brutzeit müssen die Nester zuverlässig überwacht werden. Und wenn ohnehin den ganzen Tag jemand aufmerksam vor dem Nest sitzt, liegt es nahe, diese Zeit sinnvoll zu nutzen und gleich auch wertvolle Daten zum Verhalten der Vögel zu sammeln.

Genau so arbeiteten die 28 Hornbill Guardians, die von unserer Partnerorganisation ausgebildet wurden. Sie stammen alle aus den lokalen Dayak-Gemeinschaften rund um die Schutzgebiete Gunung Naning und Gunung Nyut.

2025 beobachteten und schützten die Hornbill Guardians über Monate hinweg insgesamt neun Nashornvogel-Nester. Dabei freut uns besonders, dass es sich um Nester von insgesamt fünf verschiedenen Nashornvogelarten handelte, darunter auch der akut vom Aussterben bedrohte Schildhornvogel. Bei den anderen handelte es sich um den Furchenhornvogel, den Langschopf-Hornvogel, den Rhinozerosvogel und den Kurzschopfhornvogel.

Ergebnis in Zahlen
  • 6 Jungvögel erfolgreich ausgeflogen (4 im März und 2 im September 2025)
  • 3 Nester weiterhin unter Beobachtung
  • Aufgrund der positiven Resonanz wurde das Programm bereits 2025 ausgeweitet: 20 zusätzliche Hornbill Guardians wurden ausgebildet, um das Projekt 2026 weiter zu skalieren.
Wald-Patrouillen

Doch wie werden die Nester im schwer zugänglichen Gebiet überhaupt gefunden? Hier kommen die Wald-Patrouillen ins Spiel, die wir bereits seit 2020 unterstützen. Sie patrouillieren durch den Wald, dokumentieren illegale Aktivitäten und zeichnen die Vorkommen von verschiedenen Schlüsselarten auf, unter anderem auch Nester der Nashornvögel. Die Standorte markieren die Wald-Patrouillen mit ihrem GPS-Gerät. Später können die ausgebildeten Hornbill Guardians genau diese kartierten Nester schützen. 

2025 beteiligten sich knapp 130 Gemeindemitglieder an den Wald-Patrouillen. Insgesamt haben sie mehr als 5’000 Einsatzstunden geleistet, dabei 4‘000 Kilometer Patrouillenwege zurückgelegt, 602 Wildtierfallen entfernt und zahlreiche illegale Aktivitäten dokumentiert und gemeldet.

Schutz des Regenwaldes durch lokale Gemeinschaften

Die Wald-Patrouillen und Hornbill Guardians wirken nicht nur präventiv gegen Wilderei und illegale Nutzung, sondern stärken auch das Verantwortungsgefühl der Gemeinden für ihre Wälder. Durch Trainings, gemeinsame Auswertungen und klare Absprachen mit Behörden wurde lokales Wissen mit moderner Schutzmethodik verbunden. Die bisherigen Erfolge zeigen, wie wirkungsvoll gemeinschaftsbasierter Naturschutz sein kann.

 

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