Indigene Völker schützen den Regenwald

Hilf mit, den Amazonas-Regenwald zu schützen, indem wir den indigenen Achuar in Ecuador ermöglichen, ein selbstbestimmtes Leben im Wald zu führen. Denn wo sie zu Hause sind, finden sich noch intakte Wälder.

Doch die natürlichen Ressourcen für den Lebensunterhalt rund um die Dörfer sind weitgehend ausgeplündert. Deshalb benötigen die indigenen Dorfgemeinschaften der Achuar Kenntnisse im Ackerbau, um sich langfristig selbst zu versorgen.

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Unterstützung für die Ureinwohner Amazoniens

Projektgebiet: Ecuador, Provinzen Pastaza und Morona Santiago

Projektstart: 2026

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Das Leben der Indigenen hat sich verändert

Die frühere Lebensweise der Ureinwohner Amazoniens als Jäger, Sammler und Fischer ist in vielen Regionen nicht mehr zukunftsfähig. Die natürlichen Ressourcen für den Lebensunterhalt im Einzugsbereich der Dörfer sind weitgehend ausgeplündert. Grosse Waldgebiete wurden durch unrentable Rinderhaltung zerstört. In Strassennähe ist der Wald an Holzgesellschaften verkauft. 

Indigene wandern aufgrund fehlender Perspektiven im Wald vermehrt in die Städte ab. Diese Landflucht wird durch einen starken Bevölkerungszuwachs und die Einflüsse der westlichen Zivilisation zusätzlich verstärkt. Doch ohne Ausbildung finden die Achuar in den Städten keine Arbeit und leben in Armut.

Gleichzeitig gefährdet die Landflucht auch den Regenwald. Denn verschiedene Studien bestätigen, dass von indigenen Gemeinschaften verwaltete Regenwaldgebiete am besten vor Raubbau geschützt sind.

Nachhaltige Gemeindeentwicklung

Deshalb unterstützen wir die Achuar dabei, ihre Gemeinschaften nachhaltig weiterzuentwickeln, damit sie eine dauerhafte Perspektive in ihrer Heimat haben. Durch ihre Präsenz tragen sie direkt zum Schutz des Regenwaldes vor negativen Einflüssen von aussen bei. Eine zukunftsfähige Gemeindeentwicklung erfordert Zeit, Augenmass und den strikten Respekt vor den Traditionen der indigenen Bevölkerung. Für jede Gemeinde im Projektgebiet, die eine nachhaltige Modernisierung anstrebt, bilden grundlegende Massnahmen in den Bereichen Hygiene und Abfallmanagement das unverzichtbare Fundament.

GREEN BOOTS unterstützte die Gemeinde Kapawari in Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation vor Ort bereits 2021/22 mit Schulungen zu den oben genannten Grundlagen. 2023 leistete GREEN BOOTS Unterstützung in der Instandstellung einer bestehenden Wasserversorgung, die ursprünglich vom ecuadorianischen Staat gebaut wurde. 2025 konnte der Bau eines vielfältig nutzbaren Bildungszentrums realisiert werden. Nun soll das nächste Projekt in Kapawari umgesetzt werden, das die nachhaltige Gemeindeentwicklung noch weiter voranbringt. 

Selbstversorgung durch Gemüseanbau

Den Amazonas-Regenwald schützen heisst, den indigenen Völkern ein selbstbestimmtes und zeitgemässes Leben und Arbeiten im Wald zu ermöglichen. Denn wo sie zu Hause sind, finden sich noch intakte Wälder. Damit die Achuar weiterhin eine Perspektive in ihrer gewohnten Umgebung haben, benötigen sie Kenntnisse im Ackerbau. Nur durch die Selbstversorgung mit lokal angebauten Lebensmitteln lässt sich ihre Existenz im Wald dauerhaft sichern.

Für die Umsetzung wird ein indigener Agrartechniker aus Tuna, einem Nachbardorf, die Dorfbevölkerung im Gemüseanbau für den Eigenbedarf ausbilden und begleiten. Mit ihm zu arbeiten ist vorteilhaft, weil er die Stammessprache spricht und das Klima und die Böden im Wald kennt. 

Bei seinem ersten Einsatz bleibt der Agrartechniker mehrere Wochen im Wald und besucht das Dorf danach einmal pro Monat, um weitere Tipps und Anleitungen zu geben. Neben verschiedenen an die Region angepassten Gemüsesorten wird auch Trockenreis und Mais angepflanzt. 

Die Achuar in Ecuador

Das Territorium im Projektgebiet gehört dem Achuar-Volk mit staatlich anerkanntem Rechtstitel. Die Achuar sind Teil der Ethnie der Jibaro, zu der auch die Shuar gehören. Aktuell leben etwa 20‘000 Achuar in Ecuador und Peru. In Ecuador siedeln die etwa 8‘000 Achuar in den Provinzen Pastaza und Morona Santiago zu beiden Seiten des Rio Pastaza. Traditionell siedeln die Achuar in Clans über den Wald verteilt.

Die Gemeinde Kapawari liegt weit ab vom Strassennetz im ecuadorianischen Amazonas-Tiefland. Kapawari war ursprünglich die erste gemeinsame Niederlassung von mehreren Achuarfamilien. Die Gemeinde wuchs, einzelne Clans wanderten ab und gründeten neue Dörfer an benachbarten Flüssen. Somit ist Kapawari die "Mutter" der Achuardörfer und verfügt mit einer Fläche von 75'000 ha über einen besonders grossen und zusammenhängenden Wald, der durch die Förderung der Achuar geschützt werden kann. In der Gemeinde leben ungefähr 110 Personen.

Die Regenwälder Ecuadors: Uralt und artenreich

Während der letzten Eiszeit verwandelte sich der tropische Regenwald Südamerikas weitgehend in eine Savanne. Der einstige Urwald überlebte nur in einzelnen Rückzugsgebieten, die wie Inseln über die nördliche Hälfte des Subkontinents verstreut lagen. Ecuador hat Anteil an zwei dieser Urwaldregionen, die die letzte Eiszeit überlebten. Sie zählen weltweit zu den tropischen Regenwaldgebieten mit der grössten Artenvielfalt. 

Die Urwaldinsel Napo ist eines dieser alten und extrem artenreichen Regenwaldgebiete in Ecuador. Das Gebiet beherbergt eine grosse Anzahl endemischer Arten, viele davon sind vom Aussterben bedroht. Genau in dieser Region befindet sich unser Projektgebiet.